Klagenfurt 2013

Saufhemden, Szepan und Käse aus der Hölle 

Die Saison mit Urlaub zu beginnen, besser geht’s doch gar nicht. Da sind sich meine bessere Hälfte und ich grundsätzlich mehr als einig. Und da sich der FC Schalke 04 ein nicht gerade unattraktives Plätzchen für das abschließende Trainingslager ausgesucht hat, waren von meiner Seite auch keine großen Überredungskünste notwendig, um den ersten Teil unseres diesjährigen Jahresurlaubs zu planen.

Wir buchen uns also eine schöne Ferienwohnung im beschaulichen Keutschach, 10 km vom eigentlichen Ort des Geschehens, Klagenfurt, entfernt, aber auf der „richtigen“ Seite, denn zum Trainingsort sind es nur schlappe 10 km. Kann man also theoretisch sogar hinlaufen. Rein theoretisch.

Wir starten Sonntagmorgen um 3:20 Uhr (jaha, richtig, um 3:20 Uhr, wenn man in den Urlaub fährt, muss es nämlich dunkel sein, so!) unsere große Fahrt Richtung Kärnten. Es kostet erstaunlicherweise nur einen einzigen Versuch, mein Gesponst aus ihrem Schlummer zu erwecken, befürchtet hatte ich deutlich Schwierigeres. Aber genauso schnell, wie ich sie erweckt hatte, schlummert sie auch schon wieder selig auf der großzügig bemessenen Rückbank des Reisemobils aus wolfsburgscher Schmiede. Ich habe mir 2 starke Kaffee gebraut, lege ein Hörbuch ein und beginne bestens gelaunt die knapp 950 km lange Reise gen Kärnten. Herrlich, so entspannt in den Morgen hinein fahren zu können.

Kurz hinter Stuttgart kommt Brummeln und Geraschel von hinten, man hört etwas, das wie „Hunger“ und „Klo“ klingt, also besser mal reagieren, ran an die nächste Raststätte und Abhilfe schaffen. Nach der unfreiwilligen Unterbrechung ist erst mal bis München wieder Ruhe im Gefährt, dann allerdings ist dieselbe bei mir vorbei. Wenn ich etwas hasse, dann sind das Staus, dieser hier zieht sich vom stadionähnlichen Schlauchboot bis an den Chiemsee. Es kostet die ausgeschlafene, bestens gelaunte Nunmehr-Beifahrerin all ihre Geduld und ihren Charme, um mich bei Laune zu halten. Das gelingt auch, die Laune wird ab der nächsten Raststätte schlagartig sogar noch besser und das kam so:

Nach „Klo“ war wieder „Hunger“, logisch, diesmal aber auch noch „Durst“. Neben einer eiskalten Cola hatte sie sich eins von diesen „Paninis“, „frisch gegrillt“, gefolgt von „Ausrufezeichen“, auserkoren. Die sind wirklich frisch gegrillt und somit was? Richtig, heiß, sehr heiß sogar. Kennt ihr den Simpsons-Film? Die Szene, als sich Bart an das Angeln mit dem Vater erinnert? So ähnlich läuft das Ganze jetzt auf der mittlerweile wieder aufgenommenen Fahrt auf dem Beifahrersitz ab. Es beißt ins Panini, schreit ob des glühenden Käses innerhalb desselben vor Schmerz auf, setzt direkt wieder neu an, beißt knapp einen Zentimeter neben der alten Stelle wieder genüsslich hinein, schreit, wiederholt das Ganze erstaunlicherweise ein weiteres Mal, Käse aus der Hölle trifft tropfenderweise auf blankes Beinfleisch, die Zunge verwandelt sich in einen einzigen, mundfüllenden, roten, blasigen Klumpen. Ein einziges Essinferno, was neben mir tobt. Ich schaue den ersten beiden Beißversuchen  interessiert, den folgenden erschrocken, danach dann nur noch brüllend lachend zu. Filmreif.

Ein wenig schmollend (nach der Erklärung meinerseits referenzierend auf den Film muss sie aber auch selber lachen) verspeist sie jetzt genüsslich das erkaltete Brot und genießt den folgenden Abstecher durchs Berchtesgadener Land. Dort wollen wir anschließend ans Trainingslager noch ein paar Tage verbringen, schadet also nix, wenn man schon mal durchfährt. Wir erreichen Hallein, tanken (der Diesel hier war auch schon mal billiger, grummel) und besorgen die unvermeidliche Vignette. 200 km liegen nun noch vor uns, die durch herrliche Bergwelt führen. Der Wörthersee empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein, sehr heißen Temperaturen und einer unglaublichen Wasserfarbe. Meine Holde ist ganz aufgeregt, fuchtelt wild herum, will anhalten, aussteigen, reinspringen oder so, das weiß ich aber energisch zu verhindern. Noch fix ein paar Kilometer durchs Hinterland und wir sind mitten im – Nichts, in Keutschach. Herrlich ruhig ist es hier, es gibt einen tollen Badesee, den wir in den folgenden Tagen zwischen den Trainings heftigst frequentieren. Fix die Sachen aus dem Auto, der Wirtin guten Tag gesagt, jajaja, alles toll, tolle Wohnung, schön haben sies hier, wir haben aber gar keine Zeit. Wir müssen uns nämlich schon umziehen, am Abend steht das bedeutende, von Abermilliarden Fans mit Spannung erwartete, in 250 Länder rund um den Globus sowie direkt ins Zentrum der Galaxis übertragen werdende Testspiel gegen Besiktas Istanbul an und das wollen wir natürlich nicht verpassen. Wir lassen eine sichtlich verwirrt und erschrocken wirkende Wirtin zurück, über deren Kopf ein großes Fragezeichen, sich leicht um sich selbst drehend, schwebt, die uns doch noch so gerne etwas über die Gegend erzählt hätte und was man hier so tun kann. Immerhin schafft es die Gastgeberin, uns zwischen Tür und Angel noch die Freikarten fürs Strandbad am vorher erwähnten Badesee in die Hand zu drücken, dann sind wir aber auch schon wieder weg.

Ganz schönes Gegurke ist das jetzt, Richtung Villach, so über Land, das Navi führt uns aber zielgerecht zum Stadion Villach Lind. Die lokalen Gendarmen haben das kleine Stadion großräumig abgesperrt, parken darf man nur auf irgendeinem Parkplatz in der Nähe, den wir aber nicht ausfindig machen können. Dafür aber einen netten Stellplatz in einer Nebenstraße, der goldrichtig ist, weil man anschließend gut wieder wegkommt. Bevor wir die Tribüne entern, machen wir uns über die angebotene hiesige Currywurst her, weil „Hunger“, diesmal aber auch bei mir. Diese Currywurst ist in unbeschreiblich erbärmlichem Zustand, dafür aber wenigstens viel zu teuer. Der „Hunger“ treibt sie dennoch rein, nachgespült mit einer Cola sind wir um sage und schreibe 16 € ärmer.

Rauf auf die Haupttribüne und ein Plätzchen suchen. Siehe da, da sitzen schon viele bekannte Gesichter und nach kurzer Zeit gesellt sich auch der Herr der „1904 Geschichten“ nebst Gattin dazu. Wir sehen einen eher einseitigen Kick unserer Truppe, hier und da blitzt mal so was wie Spielfreude auf. Chancen über Chancen spielen sich die Unseren heraus, ein Tor will in der ersten Halbzeit aber nicht fallen. Zwei dicke Chancen hat der Gegner auch, da wurden wir ziemlich übel ausgekontert. So bleibt nur, sich über den nervigen Stadionsprecher zu amüsieren, der nicht nur mit hiesigem Akzent, sondern auch mit sonnengebräunter Glatze und unglaublichem Ziegenbart glänzt. Auf der „Gegentribüne“, wo getrennt von den Schalkern geschätzte 400 Anhänger von Besiktas Platz gefunden haben, ist beste Stimmung, die Jungs machen über das ganze Spiel einen Heidenradau. In der zweiten Hälfte das gewohnte Bild, Schalke bestimmt das Spiel, aber das erste Tor fällt erst nach einer Stunde. Julian Draxler machts, nach einem schlimmen Fehlpass der Istanbuler schnappt sich der Hunter das Leder, bedient Jule und der zimmert das Ding aus halbrechter Position aus 10 Metern in den linken Giebel. Sehr schönes Ding. Der Ausgleich lässt leider nicht lange auf sich warten, nach einer Ecke und einem dicken Patzer von Lars Unnerstall ist das Ding auf einmal im Netz, ich hatte grade mal nicht richtig hingeguckt und geschwatzt. Mist. Wir spielen uns noch einige gute Chancen heraus, Tore fallen aber keine mehr. So verlassen wir jetzt, doch recht müde von dem langen Tag, fix das Stadion und machen uns auf den Weg ins Quartier, natürlich nicht ohne unterwegs nochmal wegen „Hunger“ und „Durst“ zu stoppen.

Tags darauf verzichten wir gleich mal aufs morgendlich angesetzte Training, stattdessen haben wir auf einem Schiff auf dem Wörthersee Frühstück gebucht. Das kann ich jedem nur empfehlen, das ist wirklich traumhaft, so über den See zu schippern, gemütlich dutzende Kaffees und andere leckere Dinge in sich einzufüllen und einfach nur zu genießen. Während des Einfüllvorganges erreicht mich eine Sms, die mir mitteilt, dass das nachmittägliche Training ausfällt. Prima, Zeit, sich die Stadt Klagenfurt näher anzugucken und exzessiv zu shoppen. Später parken wir in der Nähe des Mannschaftshotels, einem unglaublich hässlichen Klotz in Wörtherseenähe und laufen Richtung desselbigen. Die Mannschaft hat wohl auch den freien Nachmittag genossen, denn die Spieler kommen uns in großer Zahl entgegen, haben wohl eigenständig Schwimmtraining gemacht. Bravo, vorbildliche Einstellung.

Beim Vormittagstraining am Dienstag ist dann endlich mal Zeit, alle die, die man kennt, auch persönlich zu begrüßen und ein wenig zu schwatzen. Wir wechseln ein paarmal den Standort, bis wir schließlich auf der Rampe zum Stadioneingang des Wörthersee-Stadions landen. Von hier hat man einen exzellenten Überblick über das Trainingsgeschehen. Das hat auch Schlammi erkannt, stellt sich daneben und macht mal schnell einen Beitrag für Sky fertig. Ist schon interessant, die Medienarbeit. Matthias berichtet über seine Erfahrungen mit österreichischen Blitzern, die fast allgegenwärtig sind. Aufgrund der doch recht bemerkenswerten Anzahl von (weiblichen) japanischen Fans beim Training vermutet er, dass die Blitzer gar keine sind, sondern praktische Ferienwohnungen für einen oder mehrere asiatische Touristen. Immerhin gäbe es ja sogar ein Fenster und die würden ja auch auf so kompakte, praktische Lösungen stehen. Leider aber erfährt man auch, dass einer dieser japanischen Fanninen auf Facebook und Youtube übelst mitgespielt wurde. Sie wurde wohl von Sky auf Englisch interviewt, warum sie denn hier sei und so weiter. Nicht ihre Aussagen, sondern ihr Englisch war dann der Anlass für einige ihrer Landsleute, sie schlimm zu beschimpfen, sie habe Schande über sich gebracht, ihre Heimat blamiert und dergleichen. Das gibt es also nicht nur bei uns, solche Dinge. Erbärmlich.

Nachmittags ist Training im Stadion, es werden verwirrende Parcours aufgebaut, die die Spieler mit verschiedenen Übungen durchlaufen müssen. Auf der Haupttribüne sitzt sichs deutlich bequemer für den Fan, Schatten ist hier auch. Hab ich schon mal erwähnt, dass es verdammt heiß war? Unten auf dem Platz sticht ein Spieler besonders heraus, nicht, weil er sich besonders anstrengen würde, nicht, weil er besonders gute Darbietungen erbringt, nein, er drückt sich wo er kann. Das erkennen sogar einige der Kollegen und schütteln mit dem Kopf. Ob der da schon wusste, dass er bald in die Wüste gehen würde?

Mittwochs morgens stehen wir mal auf der Gegenseite des Trainingsplatzes, ausnahmsweise in der Sonne. Die brennt, erstaunlicherweise, wirklich heiß herunter. Da kommt Sky-Schlammi mit seiner Billa-Tüte voller Eis am Stiel natürlich ganz groß raus. Abonniert hab ich trotzdem nix, lasse mich ja nicht so einfach kaufen, das hab ich erst später zu Hause gemacht. Aus Prinzip. Ich erfahre im Gespräch etwas von einer „Szepan-Schlucht“, die man unbedingt gesehen haben muss. Schon aufgrund des Namens natürlich Pflichtprogramm als Schalker, jawoll, denke ich. Da ich sowieso nicht der große in-der-Sonne-Lieger bin, nachmittags aufgrund des anstehenden nächsten Testspiels kein Training ist, verfrachte ich meine holde Buchhändlerin flugs an den Badesee, schnappe mir die Wanderschuhe und breche auf Richtung Slowenien zum Loiblpass, natürlich auch mit dem Hintergedanken, mal kurz über die nahe Grenze zu gucken und ein paar Schnäppchen zu machen. Beschwingt lenke ich das Auto gen Slowenien, da überholt mich so ein unflätiger, prolliger BMW-Cabrio-Fahrer und winkt auch noch, was bildet sich der denn ein? Ich gebe Gas und überhole ihn wieder, siehe da, es ist der Matthias. Nun folgt er mir brav die ersten Serpentinen hoch und auch noch an den Parkplatz der Schlucht. Der ist jedoch, dem fuchtelnden und irgendetwas brummelnden Parkwächter zufolge „voi“, was wohl bedeutet, dass hier heut nix geht. Außerdem erblicke ich ein Schild, auf dem „Tscheppaschlucht“ steht. Auweia, wie peinlich, das hat also garnix mit dem Szepan zu tun, man hört wohl immer nur das, was man hören will. Ich unterhalte mich mit Matthias durchs Autofenster und erfahre, dass er Angst hatte, mich überholen zu lassen. Dann sei er ja wieder hinter mir und wie das ausginge, wisse ich ja wohl. Jajaja, vor ein paar Jahren in Irdning ist mir der feine Herr mal hinten aufs Auto gebrummt, hat mich quasi von der Straße gerammt, aber das ist eine andere Geschichte. Er beschließt  sich was anderes anzusehen und braust davon. Ich habe auch keine Lust, hier auf einen Platz zu warten, der Parkwächter wird auch schon nervös und so verlasse auch ich diesen Ort. Schade, war sehr schön, wie mir ein paar Einblicke in die Schlucht auf dem nun angetretenen Weg Richtung Slowenien verraten. Dann beginnt es unvermittelt wie aus Schütten zu kübeln, ich muss schon etwas grinsen, das wäre in der Schlucht ganz toll gewesen. Also nur kurz rüber über die Grenze, das nötigste besorgt, sich gefreut, dass durch den Regen die vormals total vermückte Scheibe nun wieder sauber ist und ab an den Badesee, die Holde wieder abholen. Hier ist auch wieder bestes, sprich elendig heißes, Wetter, und so brechen wir auf, wieder nach Villach, wo das nächste Testspiel ansteht.

Diesmal im Stadion auf die Currywurst zu verzichten fällt sogar meiner Gefährtin sehr leicht (und das hat durchaus etwas zu bedeuten!), Getränke müssen aber sein, denn es ist wirklich sehr heiß, hatte ich das schon erwähnt? Der ziegenbärtige Glatzkopf vom Sonntag moderiert diesmal nicht, sondern ein älterer Herr, der dem Englischen, sagen wir mal, bestenfalls begrenzt mächtig ist. So ist die Verlesung der Mannschaftsaufstellung der Engländer ein wirkliches Highlight, ebenso wie die mehrfach durchgeführten „Stimmungstests“. Wenn er den Namen unseres Gegners ausspricht, klingt das wie „Saufhemden“. Lustig. Weiter gibt es von der ersten Halbzeit nichts zu berichten, außer, dass unsere wunderbaren Antlitze wohl ziemlich groß im Fernsehen zu sehen waren, wie mir mein Handy mehrfach mitteilt und einem Fan, der tatsächlich ein „Obasi“-Trikot trägt, was ich natürlich sofort im Bild festhalten muss, weils mir sonst wieder keiner glauben würde. Muss wohl eine Spezialanfertigung sein. In der zweiten Hälfte wird’s dann fußballerisch besser, wir kommen zu einigen guten Möglichkeiten und zu zwei blitzsauberen Toren vom Hunter sowie von Joel Matip. Den eigentlichen Höhepunkt der zweiten Halbzeit liefert aber wieder der nette Herr am Mikrofon bei der Auswechslung von Jermaine Jones. Er bringt es tatsächlich fertig, aus Jermaine Jones einen gewissen Jerome James zu machen. Gut, kann man mal so machen, der Spott der Tribüne war ihm nebst eines ungläubig auf der Bank starrenden Jones aber sicher.

Unser letzter Tag in Kärnten, der Donnerstag, ist heiß, sehr heiß. Aber das habe ich glaube ich schon einmal erwähnt. Beim Vormittagstraining erfahre ich, dass nachmittags keins mehr angesetzt ist, obwohl Egil Eliassen meint, dass er „so gerne noch eins machen würde mit die Jungs“. Stattdessen ist abends Treffen am Strandbad angesagt, es geht zur „blauweißen Nacht“ per Schiff, was dummerweise irgendwie tags zuvor an die Medien gelangt ist und nun wohl doch einige mehr gekommen sind, als das Schiffchen eigentlich verkraftet. Es sind geschätzt so 150 Leutchen, die gemeinsam mit der Mannschaft das Boot entern. Hat sich der Patrick sauber ausgedacht, eine klasse Idee. Die Mannschaft verteilt sich an Bord an die Tische, schreibt fleißig Autogramme, macht Fotos, hält Schwätzchen. Total entspannt. Mein Ding ist das ja nicht, mich mit nem Spieler an den Tisch zu setzen, da bin ich wohl zu schüchtern für. Die mitgereisten Ultren nehmen Adam Szalai, den „sympathischsten Stürmer der Welt“, in Beschlag und vernichten jede Menge Getränke, den Gerüchten zufolge auch direkt aus Ungarn importiertes Selbstgebranntes.

Ich will aber nur eins, nämlich ein Foto mit Horschtie Held. Das bekomme ich auch. Der von mir Auserkorene hat sich sympathischer weise direkt nach Ankunft auf dem Schiff an die beziehungsweise neben die Theke begeben und natürlich ein Kaltgetränk in der Hand. So machen wir ein Foto, auf dem wir so aussehen, als hätten wir beide die vorherige Nacht durchgesoffen, so verstrahlt sehen wir aus. Hat was, irgendwie, finde ich. Die Fahrt ist angenehm, es wird dunkel, schön, die Dämmerung auf dem See. Meiner Holden fallen zwei Mädels auf, die sie fragen, wer denn das sei (sie deuten auf Horscht), wer denn die anderen seien, die da Autogramme schröben und so weiter. Ute schaut die beiden ungläubig an, gibt aber bereitwillig Auskunft und erfährt, dass die beiden wohl das Schiff gesehen hätten und sich gedacht haben, es sei bestimmt ganz nett, mal abends so über den See zu fahren. Schalke sei ihnen aber so richtig kein Begriff. Sachen gibt’s.

Wir sind nun schon fast eine Stunde unterwegs und das Schiff erreicht die andere Seeseite. Hier in Velden wird die Mannschaft von Bord gehen, um im Casino noch einen schönen gemeinsamen Abend zu verbringen, sprich zu zocken. An der Anlegestelle herrscht schon ein wenig Gedränge. Beim Runtergehen begrüße ich noch Jerome James, der weiß genau, was gemeint ist und verdreht nur die Augen. Horschtie frage ich noch im Vorbeigehen, ob er wirklich glaubt, mit dieser blöden Ruhe im Verein durchzukommen und ob er mir versprechen kann, dass das nicht so bleibt. Ich soll mir diesbezüglich keine Sorgen machen, sagt er. Das ist kein schwieriges oder unhaltbares Versprechen von ihm, da braucht man kein großer Prophet zu sein. Als die Mannschaft am Anleger von Bord geht, strömt natürlich alles Volk auf diese Seite vom Schiff, das sich nun merklich auf diese Seite zu legen beginnt. Der Kapitän ruft über Bordlautsprecher energisch dazu auf, zügig von der Seite wieder wegzugehen. Später erfahre ich, dass das Schiff um einen zusätzlichen Aufbau erweitert wurde, das dritte Deck war ursprünglich nicht drauf, so dass bei zusätzlicher Belastung auf dem obersten Deck durchaus die Gefahr des Kenterns bestünde. Huch.

Das Schiff macht sich zurück über den See nach Klagenfurt, jetzt komplett in der Dunkelheit. Wir quatschen noch ein wenig mit Patrick, das war eine durch und durch gelungene Veranstaltung, da sind sich alle einig. Wir genießen die laue Nacht auf dem See und erreichen nach einer Stunde wieder unseren Ausgangspunkt. Beim Aussteigen wird sich verabschiedet, die meisten verlassen morgen früh wie wir Klagenfurt, einige fahren sogar noch in dieser Nacht los.

Wir brechen früh am nächsten Morgen unsere Zelte ab, obwohl eigentlich noch ein Training ansteht und machen eine gemütliche Tour Richtung Berchtesgadener Land. Schön wars in Klagenfurt, wir werden auf jeden Fall noch einmal irgendwann hierher zurückkommen, ob mit Schalke oder einfach nur mal so. Dann klappt das bestimmt auch mit der Szepan-Schlucht.

« 1 von 30 »

Feedback hier