Murgleiter – Etappe 3

Murgleiter – Etappe 3

Heute Morgen war ich knatschig. So richtig. Die Füße tun weh und sind verformt, die Waden auch, und überhaupt hab ich keine Lust. Los bin ich trotzdem, mit Frühstück und vollständig entleert. Immerhin etwas.

Das Wetter ist wie immer klasse, zu klasse. Die alte Sonne knallt um 10 schon heftig runter. Zu meiner Laufunlust gesellt sich die heutige Streckenführung. Es geht von Anfang an hoch, steil, fast 90°, ach was, überhängend wars. Über 500 Höhenmeter geht’s hoch, die erste Stunde ist eine Qual. Es will sich überhaupt kein Laufrhythmus einstellen und ich brummele die ganze Zeit vor mich hin.

Aber irgendwann ist auch die größte Qual vorbei und ich gönne mir oben ein Päuschen. Hier isses auch noch nicht ganz so heiß wie unten, und der Weg geht ausnahmsweise mal ne Zeitlang flach bis zur Schwarzenbachtalsperre. Ich ignoriere die Wegführung und latsche schnurstracks zum Kiosk auf der anderen Seite, spezitechnisch. Zum Spezi hier in der Gegend sag ich besser nix, zu 90 Prozent isses ödes Mezzo-Mix. Früher bekam man immer lokales Zeug, Libella oder eben Spezi. Früher war das hiesige riesige Hotel auch bestimmt ein Renner, aber das ist auch dicht, so wies aussieht schon länger. Hebt alles die Laune nicht.

Ich kehre auf den Weg zurück und brummele weiter. Ich mache heute eine Menge Pausen, einfach aus Unlust. Irgendwann, am nächsten arschlochsteilen Anstieg, schimpfe ich mich ganz doll aus und beschließe, meine Eigenschelte ernst zu nehmen, Reue zu zeigen und den Weg endlich zu genießen. Funktioniert.

Der geht jetzt steil bergab, über einen Pfad, der fas komplett überwuchert ist. Das gilt hier für viele kleine Pfade auf der Strecke, entweder wird hier wirklich nicht oft gelaufen oder das Grünzeug ist dabei, die Herrschaft zu übernehmen. Unangenehm isses, weil das meiste von dem Zeug Dornen hat.

Ab jetzt verläuft fast der ganze restliche Weg in der knallenden Sonne. Und die gibt alles, fast 30 Grad sinds zum Schluss. So bin ich froh, dass es heute nicht ganz so lange ging. Um 4 bin ich durch, natürlich mit verlaufen am Ende, war aber nicht tragisch.

Den Tag beschließe ich beim örtlichen Griechen, mir ist nach Fleisch. Der spendiert hinterher noch eine sehr leckere Panna Cotta, ganz landestypisch. Lecker.

Morgen solls dann nicht ganz so heiß werden. Da sinds dann wieder ein paar Kilometerchen mehr, mit dem Ventoux mittendrin. Ich freu mich.

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