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Warum also wandern?

2010 war ich am Ende. So richtig. Alles war beim Teufel, ich wusste nicht mehr wer ich war. Was ich aber wusste war, dass ich über 135 Kilo auf die Waage brachte und mich dafür hasste. Außerdem schrien meine Knie bei jeder Treppenstufe und ich nach einem Sauerstoffzelt, sobald es mehr als 3 waren. Also musste etwas passieren. Aber was?

Joggen?  Ja genau, gibs deinen Knien noch mehr. Musste ich selbst drüber lachen und hat mir zudem noch nie gefallen. Schwimmen? Wäre eine Alternative, machte mir aber nur begrenzt Spaß. Also habe ich überlegt, was ich gerne tue oder schon immer tat. Das war wandern.

Ich hatte zu dieser Zeit eine Pendlerwohnung in Königswinter, unmittelbar (also wirklich 10 Schritte) am Fuß des Petersbergs. Dort hinauf führt der gleichnamige Bittweg, dessen katholischer Hintergrund mich aber bis heute völlig kaltgelassen hat. Warm wurde mir allerdings beim ersten Begehen desselben, ich war bestimmt im Umkreis von 2 km zu hören. Alle 100 Meter habe ich ein Päuschen machen müssen und geschnauft wie eine Lokomotive. War verdammt hart, aber machte auch irgendwie dann doch Spaß, wenn man oben war. Bergab habe ich die ersten Male fast geweint, weil meine Knie auf dem recht steilen Abstieg schon sehr protestierten. War nicht schön, nein.

Ich merkte aber schnell, dass es mir definitiv gut tat, was ich da machte. Die Pfunde purzelten, das motivierte zu mehr. Und so bin ich bis heute dabei geblieben. Voriges Jahr im Sommer waren es gut 40 Kilo, die ich insgesamt seitdem verloren habe. Nicht ganz schlecht. Gut, im Winter geht immer mal wieder was drauf, aber grundsätzlich bleibt es im Rahmen. Und es ist völlig stressfrei dreimal die Woche möglich, macht nach wie vor Spaß, man ist in der Natur und es kostet nix.

Deshalb wandern.